 ##  [Verteidigung Wegen Freiwilliger Trunkenheit](/de/node/39967) 

 Definition

Eine Verteidigung wegen selbstverursachter Trunkenheit, die geltend macht, dass der freiwillige Konsum von Alkohol oder Drogen den Angeklagten daran gehindert habe, die für die Tat erforderliche spezifische Schuldform zu bilden; ihre Zulässigkeit ist von der Rechtsordnung abhängig und gilt typischerweise nur für Delikte mit speziellem Vorsatz.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Strafrechtliche Verantwortlichkeit knüpft normalerweise an freiwillige Handlungen an; selbst herbeigeführte Beeinträchtigung untergräbt die Schuld bei Delikten mit spezifischem Vorsatz, da sie die erforderliche Mens Rea negieren kann, entbindet aber im Allgemeinen nicht von Verantwortlichkeit bei allgemeinen Vorsatzdelikten oder bei verschuldensunabhängigen Tatbeständen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein Angeklagter, der große Mengen eines Beruhigungsmittels konsumiert hat, behauptet, er sei nicht in der Lage gewesen, die für Mord mit Vorsatz erforderliche Planung zu bilden; die Jury kann die Trunkenheit hinsichtlich des spezifischen Vorsatzes berücksichtigen und zu einer Verurteilung wegen einer geringeren Tat kommen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Berufung auf freiwillige Trunkenheit, um Haftung für leichtsinniges oder fahrlässiges Verhalten zu vermeiden (z. B. behaupten, Betrunkenheit negiere Leichtsinn), oder um gefährliche Handlungen zu entschuldigen, die eine nüchterne Person vorhergesehen hätte.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Wird die Verteidigung hinsichtlich eines spezifischen Vorsatzelements anerkannt, kann sie zum Freispruch oder zur Herabstufung der Anklage führen; wird sie abgelehnt, bleibt der Angeklagte vollständig verantwortlich und kann in manchen Rechtsordnungen wegen Trunkenheitsdelikten härtere Strafen drohen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Unfreiwillige Trunkenheit, bei der der Angeklagte ohne Einwilligung betäubt wurde oder unvorhersehbare Nebenwirkungen erlebte, die einen umfassenderen Entschuldigungsgrund darstellen kann als freiwillige Trunkenheit.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt in der Regel nicht für Delikte, die nur allgemeinen Vorsatz, Fahrlässigkeit oder Verschuldensunabhängigkeit erfordern; viele Rechtsordnungen beschränken oder verbieten die Verteidigung bei Gewaltstraftaten, Sexualdelikten oder wenn die öffentliche Ordnung freiwillige Trunkenheit als unzulänglich erachtet.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung zwischen individueller Verantwortlichkeit für freiwillige Handlungen und der Anerkennung, dass selbst herbeigeführte Beeinträchtigung die Fähigkeit zur Bildung bestimmter Vorsatzformen untergräbt.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Freiwillige Trunkenheit ist eine eingeschränkte, qualifizierte Verteidigung, die bei verhinderten spezifischen Vorsatz zur Entlastung führen kann, jedoch die Verantwortung für allgemeine Vorsatzdelikte, fahrlässiges oder verschuldensunabhängiges Verhalten bewahrt und durch public-policy-Überlegungen begrenzt wird.