Definition
Die formelle Möglichkeit für den Angeklagten, das Gericht—häufig vor der Strafzumessung—anzusprechen, um Erklärungen, Reuebekundungen, mildernde Umstände, sachliche Klarstellungen oder rechtliche Einwände vorzubringen; gelegentlich gesetzlich als 'Allocution' oder 'Letztes Wort' geregelt.

Prinzip

Prinzip
Ein kontrolliertes Forum für die persönliche Sicht des Angeklagten bereitstellen, damit die Entscheidungsträger über die Strafe individuelle Umstände, Reue und Milderungsgründe unter Wahrung verfahrensrechtlicher Fairness berücksichtigen können.

Demonstration

Demonstration
Vor der Strafzumessung wegen Raubes lädt der Richter den Angeklagten ein, zu sprechen; der Angeklagte schildert seine Hintergründe, bekundet Reue und bittet um mildernde Umstände, die der Richter innerhalb der gesetzlichen Schranken abwägt.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Allocution zu einem Ort werden zu lassen, an dem neue zulässige Beweise vorgebracht werden, die bereits im Prozess hätten vorgelegt werden müssen, oder sie zur Einschüchterung von Opfern bzw. zur Verbreitung entflammender Behauptungen zu nutzen.

Konsequenz

Konsequenz
Kann den Angeklagten gegenüber dem Gericht vermenschlichen, das Strafmaß je nach Inhalt nach unten oder oben beeinflussen und ein transparentes Protokoll schaffen, das von Berufungsgerichten auf Verfahrensfehler geprüft werden kann.

Umkehrung

Umkehrung
Die Verweigerung eines gesetzlichen Rechts auf das letzte Wort kann einen reversiblen Verfahrensfehler darstellen; umgekehrt würde die Zwangsaufforderung zur Rede außerhalb des zulässigen Rahmens Rechte verletzen, etwa das Zeugnisverweigerungsrecht.

Abgrenzung

Abgrenzung
Die Allocution unterscheidet sich von Opferzeugenaussagen, Schlussvorträgen oder der Beweisaufnahme; ihr Umfang, Zeitpunkt und zulässiger Inhalt variieren je nach Rechtsordnung und gesetzlicher Regelung.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zu Opferausagen und Plädoyers: Die Allocution zentriert die Stimme des Angeklagten zur Strafzumessung, während Opferangaben den Schaden fokussieren; sie überschneidet sich außerdem mit von der Verteidigung eingereichten Strafzumessungsschriften.

Synthese

Synthese
Die Allocution ist ein begrenztes prozessuales Recht, das dem Angeklagten eine persönliche Erklärung ermöglicht, um die richterliche Ermessensentscheidung über die Strafe zu informieren; sachgerecht beschränkt fördert sie individualisierte Gerechtigkeit, ohne den Beweisstand zu ersetzen.