Definition
Ein Sammelbegriff für Straftaten, die nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen oder Kontakte umfassen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf unerwünschtes sexuelles Berühren, Grabschen, erzwungene Küsse oder andere sexualisierte Verhaltensweisen ohne gültige Zustimmung; in vielen Rechtsordnungen umfasst er Handlungen, die nicht die gesetzlichen Anforderungen einer Penetration (Vergewaltigung) erfüllen.
Prinzip
Prinzip
Das ordnende Prinzip ist das Vorliegen sexuellen Verhaltens kombiniert mit dem Fehlen freiwilliger Zustimmung, unabhängig davon, ob Penetration stattgefunden hat; der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der körperlichen Autonomie vor unerwünschten sexuellen Eingriffen.
Demonstration
Demonstration
Eine Person begrabscht gewaltsam die Brüste oder das Gesäß einer anderen an einem öffentlichen Ort; ein Mitarbeiter küsst ohne Zustimmung eine Kollegin auf einer Firmenveranstaltung.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Alle unerwünschten sexuellen Äußerungen oder Blicke als Straftat der sexuellen Nötigung zu behandeln, oder als einzige Beweiserfordernis einen offensichtlichen körperlichen Widerstand zu verlangen; nicht anzuerkennen, dass Handlungsunfähigkeit, Drohungen oder Machtungleichgewichte die Zustimmung entkräften können.
Konsequenz
Konsequenz
Verurteilungen können zu strafrechtlichen Sanktionen (Freiheitsstrafe, Geldstrafen), zivilrechtlichen Ansprüchen, einstweiligen Verfügungen und beruflichen oder berufsrechtlichen Folgen führen; die Einstufung beeinflusst Strafzumessung und Aktenführung anders als Penetrationsdelikte.
Umkehrung
Umkehrung
Freiwilliger, informierter sexueller Kontakt zwischen einwilligungsfähigen Erwachsenen, bei dem alle Parteien den spezifischen Handlungen ohne Zwang oder Unfähigkeit zustimmen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Umfasst nicht-penetrative und penetrative sexuelle Straftaten gemäß gesetzlichen Definitionen; schließt einvernehmliche sexuelle Handlungen und nicht-sexuelle Körperverletzung aus; die gesetzlichen Definitionen variieren stark hinsichtlich Reichweite der Handlungen, Kontaktintensität und Vorsatzanforderungen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannungen bestehen zwischen sexueller Nötigung als strafrechtlicher Tat und verwandten zivil- oder arbeitsrechtlichen Konzepten wie sexueller Belästigung; außerdem zwischen weit gefassten Schutzdefinitionen und engen gesetzlichen Tatbestandsmerkmalen, die verfolgbares Verhalten einschränken.
Synthese
Synthese
Sexuelle Nötigung ist der Oberbegriff für strafrechtlich erfasste nicht-einvernehmliche sexuelle Handlungen—insbesondere unerwünschte sexuelle Kontakte—die die körperliche Autonomie schützen, auch wenn keine Penetration nachgewiesen wird.