Definition
Die Lehre, dass die schuldhafte Handlung (Actus Reus) und der erforderliche schuldhafte Geisteszustand (Mens Rea) zum Zeitpunkt der tatbestandlichen Handlung oder des eingetretenen Erfolgs zusammenfallen müssen; ein gleichzeitiges Vorliegen ist für viele Delikte erforderlich.
Prinzip
Prinzip
Haftung setzt zeitliche und dogmatische Übereinstimmung voraus: Der für den Tatbestand verlangte Geisteszustand muss mit der die Tat ausmachenden Handlung oder dem kausalen Handeln, das das verbotene Ergebnis herbeiführt, übereinstimmen.
Demonstration
Demonstration
Formt ein Angeklagter die Absicht, jemanden zu vergiften, und verabreicht dann sofort das Gift, liegt Konkurrenz vor; entsteht die Absicht erst nach der schädigenden Handlung, fehlt die Konkurrenz und eine Strafbarkeit für das beabsichtigte Ergebnis kann entfallen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Getrennte Episoden von Vorsatz und Handlung automatisch als konkurrent zu behandeln, obwohl sie zeitlich getrennt sind, oder einem später gebildeten Vorsatz rückwirkend Wirkung auf frühere unschuldige Handlungen zuzubilligen ohne stichhaltige Anhaltspunkte.
Konsequenz
Konsequenz
Die richtige Anwendung stellt sicher, dass nur diejenigen verurteilt werden, deren schuldhafter Geisteszustand die schädigende Handlung begleitet hat, wodurch Fairness gewahrt und Haftung auf zeitlich und zielgerichtet verbundene Fehlhandlungen beschränkt wird.
Umkehrung
Umkehrung
Zuzulassen, dass jede frühere Handlung strafbar wird, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt danach ein schuldbelastender Vorsatz nachgewiesen wird, würde den zeitlichen Nexus zwischen Vorsatz und Handlung aufheben.
Abgrenzung
Abgrenzung
Betrifft die zeitliche Abstimmung des Geisteszustands zur Handlung und zum Erfolg; dies bedeutet nicht, dass Mens Rea während einer gesamten Handlungskette konstant sein muss — Gerichte erkennen fortdauernde Handlungen, andauerndes Verhalten und Rechtsfiguren wie übertragenen Vorsatz an, die die Anwendung beeinflussen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen strenger Gleichzeitigkeit (sofortiges Zusammenfallen) und flexibleren Prinzipien, die andauernde Handlungen oder sich entwickelnden Vorsatz als ausreichend ansehen; die Dogmatik variiert mit Delikt und Rechtsordnung.
Synthese
Synthese
Konkurrenz verlangt, dass die relevante Mens Rea und der Actus Reus zeitlich und zweckbezogen verbunden sind — vor oder zugleich mit der schuldhaften Handlung gebildet oder in einer fortlaufenden Reihe von Handlungen präsent — sodass die moralische Vorwerfbarkeit angemessen an der Tat haftet.