Definition
Ein mens rea-Begriff für Verhalten, bei dem der Täter ein erhebliches und nicht gerechtfertigtes Risiko bewusst in Kauf nimmt, dass ein schädliches Ergebnis eintritt; es liegt zwischen Fahrlässigkeit und vorsätzlichem bzw. wissentlichem Verhalten.
Prinzip
Prinzip
Vorsätzliche Fahrlässigkeit (recklessness) verlangt subjektives Bewusstsein für ein Risiko oder in manchen Rechtsordnungen ein grobes Abweichen von der Sorgfaltspflicht, sodass der Täter das Risiko erkannt oder willentlich geblendet war; die Schuld beruht auf bewusstem Missachten, nicht bloßer Unachtsamkeit.
Demonstration
Demonstration
Ein Fahrer rast nachts über einen stark frequentierten Fußgängerüberweg, erkennt die Möglichkeit von Fußgängern, fährt dennoch weiter; wenn ein Fußgänger verletzt wird, begründet das bewusste Missachten des erheblichen Risikos eine Straftat wegen bewusster Fahrlässigkeit.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Gewöhnliche Fahrlässigkeit als recklessness zu qualifizieren und damit die Schuld zu überhöhen, obwohl das erforderliche bewusste Risiko-Bewusstsein fehlt, oder recklessness mit besonderem Vorsatz gleichzusetzen.
Konsequenz
Konsequenz
Ermöglicht eine Verurteilung, wenn der Angeklagte sich des Risikos bewusst war, aber nicht darauf aus war, den Schaden zu bewirken; es erweitert die strafrechtliche Verantwortung gegenüber der Fahrlässigkeit und bleibt moralisch weniger gravierend als vorsätzliches Verhalten.
Umkehrung
Umkehrung
Gegenüber steht das vorsätzliche Handeln (absichtliches Herbeiführen eines Ergebnisses) einerseits und die bloße Fahrlässigkeit andererseits; strenge Haftungstatbestände kommen ohne mens rea aus und bilden eine andere Kategorie.
Abgrenzung
Abgrenzung
Die Maßstäbe variieren: Einige Systeme verlangen subjektive Kenntnis des Risikos, andere wenden einen objektiven Grob-Fahrlässigkeitsstandard an; recklessness gilt typischerweise nur, wenn das Risiko erheblich und nicht gerechtfertigt ist.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannungen bestehen zwischen subjektiver und objektiver Auslegung sowie zwischen recklessness und grober Fahrlässigkeit; der Nachweis des inneren Gehalts und die Abgrenzung zum willentlichen Blindsein sind problematisch.
Synthese
Synthese
Recklessness erfasst Sachverhalte, in denen ein Täter ein ernstes Risiko bewusst in Kauf nimmt und missachtet; sie stellt eine mittlere Schuldform dar, die strafrechtlich verfolgt wird, wenn die bewusste Gleichgültigkeit des Täters schädliche Folgen vorhersehbar und vermeidbar machte.