Definition
Eine strafbare Wettbewerbsverletzung, bei der konkurrierende Bieter sich absprechen, um das Ergebnis eines Ausschreibungsverfahrens zu manipulieren, etwa durch Preisabsprachen, abgestimmte Nebenangebote, Rotationsabsprachen oder andere Maßnahmen zur Verhinderung echter Konkurrenz.

Prinzip

Prinzip
Das grundlegende Prinzip ist, dass Absprachen zwischen Wettbewerbern zur Kontrolle des Bieterverfahrens den Wettbewerb untergraben; sobald eine solche Abstimmung vorsätzlich erfolgt und auf die Festlegung von Ergebnissen abzielt, liegt eine strafbare Wettbewerbsverletzung vor.

Demonstration

Demonstration
Drei Bauunternehmen vereinbaren, bei bestimmten Projekten jeweils bewusst überhöhte Angebote abzugeben und abwechselnd den niedrigsten Preis einzureichen, wodurch festgelegte Gewinner und überhöhte Preise für den Auftraggeber sichergestellt werden; dies demonstriert Koordination und Marktaufteilung.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Legitime Gemeinschaftsangebote, Subunternehmervereinbarungen oder offen gelegte Informationsaustausche ohne Beweis eines wettbewerbswidrigen Abkommens oder der Absicht, das Vergabeverfahren zu manipulieren, fälschlich als Ausschreibungsabsprachen zu bezeichnen.

Konsequenz

Konsequenz
Nachgewiesene Absprachen bei Ausschreibungen können zu strafrechtlichen Verurteilungen, Geldstrafen, Freiheitsstrafen für Einzelpersonen, Nichtigkeit von Verträgen und Schadensersatzansprüchen führen; zudem werden Vergaberegeln verschärft und die Aufsicht intensiviert.

Umkehrung

Umkehrung
Das Gegenteil ist ein unabhängiges, wettbewerbliches Bieterverfahren, in dem jeder Bieter Preis und Strategie eigenständig bestimmt und die Ergebnisse vom Markt statt von kollusiven Absprachen bestimmt werden.

Abgrenzung

Abgrenzung
Erfasst horizontale Absprachen zwischen tatsächlichen oder potenziellen Wettbewerbern zur Steuerung von Angeboten; ausgenommen sind rechtmäßige vertikale Preisvereinbarungen, zulässige kooperative Beschaffungsstrukturen, die den Wettbewerb erhalten, und bloßes paralleles Verhalten ohne Abkommen. Der Beweis erfordert meist Treffen, Nachrichten oder explizite Koordination.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Anti-Kollusionsdurchsetzung und der Förderung wettbewerbsfähiger Zusammenarbeit (z. B. legitime Konsortien). Parallele Preisgestaltungen oder ähnliche Angebote können kollusiv erscheinen, sind aber legal, wenn sie aus unabhängigen Marktbedingungen resultieren.

Synthese

Synthese
Ausschreibungsabsprachen sind die vorsätzliche Kollusion von Wettbewerbern zur Verzerrung wettbewerblicher Ausschreibungen: maßgeblich sind das Abkommen zur Manipulation der Angebote, die Unterdrückung des Wettbewerbs und die schuldhafte Absicht, wodurch sie sich von legitimen Gemeinschaftsangeboten oder unabhängiger Parallelität unterscheiden.