Definition
Ein Muster unerwünschter, aufdringlicher und wiederholter elektronischer Überwachung, Kontaktaufnahme oder Beobachtung — häufig unter Nutzung mehrerer Online-Kanäle und Technologien —, das gegen eine bestimmte Person gerichtet ist und bei dieser Furcht um die eigene Sicherheit, erhebliche emotionale Belastung oder eine gravierende Verletzung der Privatsphäre hervorruft; strafbar, wenn die Tatbestandsmerkmale eines fortlaufenden Verhaltens, Vorsatz und eine objektiv begründete Furcht erfüllt sind.
Prinzip
Prinzip
Die Leitlinie lautet, dass beharrliche, gezielte digitale Verfolgung, die das Sicherheitsgefühl oder die Privatsphäre einer Person wesentlich beeinträchtigt, strafbar ist, wenn das Verhalten Beständigkeit oder Vorsatz aufweist und eine vernünftige Person sich bedroht oder belastet fühlen würde.
Demonstration
Demonstration
Ein ehemaliger Partner erstellt wiederholt neue Profile, um den Ex-Partner zu kontaktieren und zu verfolgen, verbreitet erfundene Gerüchte in sozialen Feeds und nutzt Geodaten, um das Bewegungsverhalten vorherzusagen; das Opfer dokumentiert zunehmende Angst — Behörden werten das Muster als Cyberstalking.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Einzelne Online-Kontakte, rechtmäßige Hintergrundprüfungen oder legitime Versuche der Versöhnung als Cyberstalking zu behandeln, ohne Nachweis von Wiederholung, Überwachung oder Einschüchterungsabsicht.
Konsequenz
Konsequenz
Richtige Anwendung führt zu strafrechtlichen Ermittlungen, Sicherung digitaler Beweise, Unterlassungsverfügungen, elektronischen Schutzmaßnahmen und möglicher Strafverfolgung, die den Zugang des Stalkers zur Zielperson unterbinden können.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenteil ist rechtmäßige Überwachung oder einvernehmliche Ortung (z. B. gegenseitige Tracking-Apps) und routinemäßige Online-Interaktionen ohne Persistenz, die trotz wahrgenommener Aufdringlichkeit kein Cyberstalking darstellen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Erfasst gezielte, wiederholte digitale Überwachung und Kontaktaufnahme; ausgenommen sind rechtmäßige Ermittlungen durch Behörden, einvernehmliche Überwachung, Einzelfälle von Belästigung und geringfügige Belästigungen, die keine berechtigte Furcht auslösen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht eine Spannung zwischen dem Schutz der Privatsphäre und legitimen Nutzungen von Überwachungstechnologien (Elternkontrolle, betriebliche Überwachung) sowie zwischen Strafverfolgung und dem Schutz journalistischer Ermittlungen; Überschneidungen mit Doxxing und unbefugter Datenexfiltration treten auf, wenn solche Taktiken Stalking ermöglichen.
Synthese
Synthese
Cyberstalking ist das strafrechtlich relevante Muster gezielter, wiederholter digitaler Überwachung und Kontaktaufnahme, das die Sicherheit oder Privatsphäre einer Person konkret bedroht; es unterscheidet sich von Einmalbeschimpfungen und rechtmäßiger Überwachung durch seine Persistenz, seinen Vorsatz und die ausgelöste berechtigte Furcht.